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Hilfe im Umgang mit Flüchtlingen

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen habe bei Refugio die Nachfrage nach Schulungen rund um den Umgang mit diesen Menschen zugenommen, betont Geschäftsführerin Astrid Sterzel. Doch bisher habe das Team seine Erfahrungen immer in Veranstaltungen für Berufsgruppen oder in internen Seminaren weiter-gegeben. Mit dem offenen Forum für alle, die professionell oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen arbeiten oder einfach Interesse haben, beschreite Refugio neue Wege.
Allerdings stelle auch die politische Debatte über die Familienzusammenführung die Kontaktstelle und alle Helfer vor ganz andere Herausforderungen. Die ungewisse Zukunft belaste die traumatisierten Menschen zusätzlich, schildert Astrid Sterzel die Situation. Diese Diskussion habe zudem zur Folge, dass sich immer mehr Familien gemeinsam auf den Weg nach Deutschland machten.
Eine wichtige Rolle spiele aber auch der Schutz von Minderjährigen, die ohne Eltern im Exil leben. Als Referent für diese besondere Aufgabe kehrt einer an seine alte Wirkungsstätte zurück, der sich seit Jahrzehnten dieser Kinder und Jugendlichen angenommen hat: der Refugio-Gründer und langjährige ärztliche Leiter Ernst-Ludwig Iskenius.
Unter welch schweren seelischen Schäden oder Störungen diese Kinder durch die Flucht leiden, weiß auch der Psychologe Manfred Kiewald, neuer Mitarbeiter der Kontaktstelle für den Fachbereich Psychotherapie. Er hat sich schon in Zeiten der Jugoslawienkriege in den 90er-Jahren um traumatisierte Jungen und Mädchen gekümmert, hat ihr oft liebe- und gemütvolles Wesen zu schätzen gelernt, kennt aber auch ihre Verhaltensauffälligkeiten, mit denen sich Erzieher oder Lehrer konfrontiert sehen. Die Erlebnisse aus der Vergangenheit könnten von einer Sekunde auf die andere wieder an die Oberfläche kommen, Heul- oder Schreiattacken auslösen. So gelte es, Verständnis zu wecken, ob bei den Betreuern oder den anderen Kindern.
"Wir bekommen oft Anrufe von Lehrern und Erziehern, die um Rat fragen, wie sie mit solchen Situationen umgehen sollen", stellt auch Veronika Herz fest, vom Fachbereich Sozialpädagogik bei Refugio. Überhaupt sei es wichtig, allen, die sich für die Flüchtlinge engagieren, auch Hilfestellungen und mögliche Ansprechpartner aufzuzeigen. Denn bei allem Einsatz für diese Menschen müssten sie auch auf sich selbst achten und dürften nicht über ihre Grenzen hinausgehen.
Von der Bereitschaft vieler Bürger, den Flüchtlingen in der Region beizustehen, ist das Team von Refugio begeistert, ob durch praktische Hilfe oder finanzielle Unterstützung. Mittels Spenden sei es auch möglich, das offene Forum kostenlos anzubieten, erklärt Astrid Sterzel. So stehe allen die Teilnahme an der Veranstaltung offen, mit der Refugio einen weiteren Beitrag zur Integration leisten wolle. Denn es gelte, die Potenziale der Flüchtlinge zu nutzen. Gerade wenn es gelinge, die Traumata der Kinder abzuarbeiten, könnten sie sich zu einem wertvollen Bestandteil der Gesellschaft entwickeln, unterstreicht Kiewald.
Das offene Forum "Flüchtlinge in Deutschland: Rahmenbedingungen, Belastungen und Hilfestellungen" bietet Refugio Villingen-Schwenningen am Mittwoch, 20. April, an. Beginn ist um 8.30 Uhr. Zum Auftakt spricht Astrid Sterzel, Geschäftsführerin der Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge, über das Thema "Flüchtlinge in Deutschland – Einblicke und Entwicklungen". Der Problematik "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – besonders schützbedürftig", widmet sich der ehemalige ärztliche Leiter Ernst Ludwig Iskenius ab 9.15 Uhr. Nach der Pause beschäftigt sich der Psychotherapeut Manfred Kiewald ab 10.50 Uhr mit der Frage "Flüchtlingskinder – Was sie mitbringen und was sie brauchen". Und zum Abschluss geht die Sozialpädagogin Veronika Herz ab 12 Uhr auf den Aspekt "Umgang mit Flüchtlingen – Achtsamkeit und Hilfestellungen" ein.
Das Ende ist gegen 12.45 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Informationen gibt es unter Telefon 07721/ 50?41?55, E-Mail info@refugiuo-vs.de oder im Internet unter www.refugio-vs.de.
Bild: Geben Hilfestellung im Umgang mit Flüchtlingen (von links):
Manfred Kiewald vom Fachbereich Psychotherapie bei der Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge, die Sozialpädagogin Veronika Herz und Refugio-Geschäftsführerin Astrid Sterzel. Foto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder-Bote

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