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Warum die Flüchtlingshelfer selber Hilfe brauchen


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Ehrenamtliche und professionelle Helfer mit Flüchtlingen: Remi Al Raffaei und ihre Betreuerin Barbara Frerk, Therapeutin Susanne Schupp mit Biniam Gebremicael, Catherine Huttinger, Anette Schneider und Veronika Herz mit der Spende sowie Risikesan Indirakumar mit Astrid Sterzel.  Bild: Spille


Ohne die großzügigen Spenden durch Privatleute und Unternehmen könnte so manche gemeinnützige Institution kaum arbeiten. Zu diesen Institutionen zählt auch die Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlinge in der Region, Refugio, die ihren Sitz in der Schwedendammstraße in Villingen-Schwenningen hat. Aber auch die ehrenamtliche Unterstützung zählt zu den Leistungen, die wichtig für diese Anlaufstelle ist.

Warum finanzielle und ehrenamtliche Gaben so wichtig sind für die Arbeit von Refugio gerade in Zeiten steigender Flüchtlingszahlen, machte der Verein jetzt anlässlich einer Spendenübergabe am Beispiel von dreien seiner Schützlingen deutlich. Denn Catherine Huttinger, Tochter der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Barbara Frerk, initiierte eine weihnachtliche Wohltätigkeitsveranstaltung. Dabei kam eine Spende von 1350 Euro zusammen.

Biniam Gebremicael floh vor dem eritreischen Terrorregime. In Eritrea hatte er ein landwirtschaftliches Studium gemacht hatte. „Man wollte mich nicht für meine Arbeit bezahlen und stattdessen in einen zehnjährigen Militärdienst pressen“, erzählt der Mann, der von Geburt auf einem Ohr taub ist. Auf der mehr als zwei Jahre dauernden Flucht gelangte er über Äthiopien und den Sudan nach Italien, wo er auch auf dem anderen Ohr hörgeschädigt wurde.Seit einem halben Jahr ist er in Deutschland, doch es drohte die Abschiebung nach Italien zurück. „Das konnten wir vorläufig abwenden und es sieht gut aus, dass er bleiben kann. Aber er braucht für das noch einigermaßen intakte Ohr ein Hörgerät. Das sieht das Asylbewerbergesetz nicht vor und es wurde vom Landkreis schließlich abgelehnt“, erzählt Astrid Sterzel. Aus diesem Grund geht ein Teil der Spende für das Hörgerät.

Remi Al Raffaei: Ihre Eltern flohen vor drei Jahren aus Syrien und sind Kurden. Die Achtjährige besucht die dritte Klasse der Klosterringschule in VS-Villingen und wird von Barbara Frerk in Mathematik und Deutsch bei den Hausaufgaben betreut. „Diese Flüchtlingskinder brauchen dringend eine individuelle Betreuung“, erläutert Astrid Sterzel. „Ich nehme Remi auch mit zu mir heim, wenn nötig, damit sie in der Schule den Anschluss halten kann“, so Barbara Frerk.

Risikesan Indirakumar:
Er ist schon seit drei Jahren in der Anlaufstelle in der Therapie und kam als unbegleiteter Jugendlicher nach Deutschland. „Er macht sehr gute Fortschritte, obschon er schwer traumatisiert war“, so Schupp. Sein Asylverfahren ist ebenfalls nicht beendet, aber er engagiert sich intensiv bei den künstlerischen und sonstigen Projekten, die bei Refugio durchgeführt werden. Risikesan Indirakumar ist mittlerweile 19 Jahre alt, geht auf die Gewerbeschule VS-Schwenningen und strebt den Realschulabschluss an. Er wird von Anette Schneider, einer Deutschlehrerin, unterstützt. Risikesan spricht sehr gutes Deutsch und sein großer Traum ist, nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zum Automobilmechatroniker zu machen.

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