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Asylbewerber erkunden die Stadt

Asylbewerber erkunden die Stadt

Schwarzwälder-Bote, 24.03.2015 06:00 Uhr

Von Birgit Heinig

VS-Schwenningen. "Fremde Stadt – neue Heimat" – unter diesem Motto lud gestern ein Kooperationsbündnis aus Städtischer Galerie, DRK, Refugio und dem Freundeskreis Kultur Flüchtlingen zu einem "Kulturspaziergang" durch Schwenningen ein. Drei weitere, davon zwei im Stadtbezirk Villingen, sollen folgen.

Mit seiner Idee kam Galerieleiter Wendelin Renn gut an und hatte ganz schnell viele ehrenamtlich Tätige an seiner Seite. Asylsuchende willkommen heißen, in dem man ihnen ihre neue Heimat näherbringt, das fanden alle gut. Auch die Flüchtlinge: 75 Syrer und Eritreer, darunter Familien und alleinstehende Männer, die derzeit alle zusammen Tür an Tür in der Alleenstraße 13 wohnen, meldeten sich zum gemeinsamen Spaziergang an.

"Mit diesem Ansturm hätten wir nicht gerechnet"

"Mit diesem Ansturm hätten wir nicht gerechnet", sagte Renn. Die beiden Museumspädagoginnen Marion Eckert-Merkle und Anja Rudolf übernahmen die Führung. Im Uhrenindustriemuseum war das Interesse der Asylsuchenden für die Herstellung des Museumsweckers riesig. Michael Kopp vom Förderverein wird demnächst einen Workshop dazu anbieten.

In der Stadtbibliothek erfuhren die Flüchtlinge, dass es hier nicht nur arabische Literatur und Kinderbücher gibt, sondern dass man die auch kostenfrei ausleihen kann. Die Bücherei der Dualen Hochschule öffnet sich mit internationaler Fachliteratur den Fremden.

Der Hinweis, dass man im Rathaus Hilfe in vielen behördlichen Dingen und in der Galerie moderne und traditionelle Kunst finden kann, rundete den zweistündigen Kulturspaziergang ab, der mit einer Kaffeetafel im Galeriegarten endete. "Ich finde es wichtig, dass sich eine Plattform bildet, auf der es den Menschen leicht gemacht wird, sich hier zurechtzufinden", sagt Veronika Herz von Refugio. Amer Mohammed, der begleitende Dolmetscher für Arabisch, sah in dem Spaziergang gestern eine gute Möglichkeit, dass sich die Nachbarn auf Zeit in ihren verschiedenen Kulturen kennen- und schätzen lernen und somit auch untereinander das gegenseitige Verständnis wächst. Frauke Schmidt-Lange, Psychologin und Ehrenamtliche vom Arbeitskreis Asyl, hat schon Freundschaften geschlossen und hilft, wo sie kann: bei Behördengängen, bei der Einschulung von Kindern, bei der Wohnungssuche und Sprachförderung. Der nächste Kultur-Spaziergang wird am 13. April in Villingen stattfinden. "Zeit und Ort geben wir noch bekannt", sagte Renn gestern.

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