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Anerkennung steht jedem Menschen zu



Die Besucher des Reformationsgottesdiensts in der evangelischen Markuskirche in Villingen bildeten mit ihren Kerzen vor dem Gemeindesaal den Schriftzug ­"Come together". Foto: Zimmermann

Villingen-Schwenningen. Der zentrale Gottesdienst der evangelischen Christen in Villingen in der Markuskirche am Reformationstag stand unter dem Motto "Come together". Gemeint waren und dazu gehörten die Flüchtlinge und Asylbewerber, wie sie in den vergangenen Wochen zahlreich nach Villingen-Schwenningen wie in eine neue Heimat kamen.

Vor einem Monat hatten Kirchengemeinden gemeinsam beim Übergangswohnheim an der Obereschacher-straße einen Grillplatz erstellt. Eine Reihe der Flüchtlinge wohnte dem Gottesdienst bei, zu dem sie abgeholt wurden. Fünf Bilder von Flüchtlingen, die sie während der Kunsttherapie bei Refugio gemalt hatten, flossen in die Meditation des Gottesdienstes mit ein. Pfarrer Udo Stober, Pfarrerin Bettina Von Kienle, Gemeinde-Diakonin Christine Janke und Astrid Sterzel von ­Refugio brachten die Bilder näher, darunter eines umschrieben: "Seht, der Mensch". Drei der vier Künstler, die aus Sri Lanka und Syrien stammen, waren im Gottesdienst anwesend.

"Eine Flucht ist keine Fernreise, wie sie bei uns zu Billigpreisen angeboten wird", machte Ulrich Hahn in seiner Predigt deutlich. Flucht werde in großen Zahlen vermittelt. "›Menschheit‹ ist aber für uns nicht erfassbar, ein einzelner Mensch schon. Mit einzelnen Menschen ist Begegnung möglich, zu der wir aufgefordert sind", betonte Hahn. Die Anerkennung als Mensch sei in den Menschenrechten festgeschrieben, sie sei kein Lohn für angepasstes Verhalten, sondern sie stehe jedem zu. Zum Thema Schleuser merkte er an, dass mehr als 90 Prozent der Flüchtlinge keine Chance haben, nach Europa zu kommen. Der Kreis in punkto Unternehmertum in Fernreisen schließt sich, denn die Gesetzte zielen auf eine "Null-Aufnahme".

Nach dem Gottesdienst stellten die Besucher auf der Wiese vor dem Gemeindesaal die Kerzen zum Schriftzug "Come together" auf. Beim anschließenden Beisammensein gab es Gelegenheit zur Begegnung, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Kirchenältesten hatten Speisen zubereitet aus dem arabischen Kulturkreis. Der Erlös aus dem Verkauf eines Jahreskalenders für 2015 mit Bildern, die traumatisierte Klienten gemalt haben, kommt direkt der Arbeit von Refugio Villingen-Schwenningen mit Flüchtlingen zugute.

 

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