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Protestanten feiern mit Flüchtlingen Gottesdienst

Auf ungewöhnliche Weise begingen die Villinger Protestanten am 31. Oktober den Reformationstag: Sie feierten gemeinsam mit Flüchtlingen den Gottesdienst. Vier Bilder aus der Kunsttherapie von Refugio unter dem Titel „Seht der Mensch“, die Situationen von Flüchtlingen darstellen, standen dabei im Mittelpunkt.

Dazu illustrierte Astrid Sterzel, Geschäftsführerin von Refugio, mit Informationen aus dem Leben eines tamilischen Flüchtlings eine Collage zu Psalm 8. Und damit auch die Flüchtlinge wirklich teilhaben konnten, wurden Teile des Gottesdienstes ins Arabische übersetzt.

Ullrich Hahn, Anwalt einiger Flüchtlinge, die im Übergangswohnheim an der Obereschacher Straße untergebracht sind, brachte in seine Predigt über die biblisch gebotene Menschlichkeit Erfahrungen aus seiner Anwaltstätigkeit ein. Er warnte vor moralischen Wertungen, beispielsweise Flüchtlinge in politisch Verfolgte und Wirtschaftsflüchtlinge zu unterteilen und gab zu bedenken, dass ohne die Schleuser, die den Flüchtlingen horrende Geldbeträge abnehmen, viele gar nicht in der Lage wären zu fliehen. Der Gedankengang gipfelte in der spannenden Umformulierung des Jeremia-Textes „Suchet der Stadt Bestes“ in „Suchet der Flüchtlinge Bestes“ in Anlehnung an die französische Mystikerin Simone Weil, die betont, dass es für das allgemeine Wohl stets das Wohl aller Mitglieder einer Gemeinschaft braucht. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Kirchenchor Villingen und den Flötenkreis unter Leitung von Peter Hastedt gestaltet.

Mit weißen Öllichtern zogen die Gottesdienstbesucher nach dem Gottesdienst vor den Markussaal und stellten auf dem Rasen die Worte „Get together“ zusammen – das Motto, unter dem sowohl das Einweihungsfest des Grills in der Obereschacher Straße als auch der Gottesdienst standen. Zum Abschluss luden Älteste der Markusgemeinde ans Buffet ein, das etliche Gemeindeglieder mit Salatspenden angereichert hatten.

Markus-Pfarrer Udo Stober zeigte sich „sehr zufrieden“ mit dem großen Zuspruch von Gottesdienst und Fest gerade auch durch viele Flüchtlinge. Und Pfarrerin Bettina von Kienle träumt gar von der Vision, dass in 50 Jahren die Kirchen vielleicht so aussehen werden wie an diesem Abend: Eine bunte Mischung von Menschen verschiedener Herkunftsländer.

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