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Besuch der Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac


Foto (von links): Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac besuchte nach der Rückkehr von ihrer Delegationsreise nach Italien REFUGIO Villingen-Schwenningen e.V., die Kontaktstelle für traumarisierte Flüchtlinge in Villingen-Schwenningen mit Geschäftsführerin Dr. Astrid Sterzel, Sozialpädagogin Veronika Herz und Traumatherapeutin Susanne Schupp



Als Mitglied des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages nahm die Abgeordnete Kordula Kovac MdB aus Wolfach kürzlich an einer Delegationsreise nach Italien teil und informierte sich vor Ort über die aktuelle Flüchtlingssituation in Sizilien und die Probleme des durch die Flüchtlingsrettungs-Mission „Mare Nostrum“ entstandenen Zuwanderungsdrucks. Durch Schlepperbanden eingeschleuste Kinder und Jugendliche, bereits nahe vor der afrikanischen Küste Gerettete, durch Italien durchgeschleuste Flüchtlinge und lange Asylverfahren erfordern eine stärkeres EU-Engagement in der Flüchtlings- und Asylpolitik, die zusätzlich durch neue Krisenregionen noch dringlicher werden könnte.

Bereits vor ihrer Reise hatte Kordula Kovac durch Besuche bei Flüchtlingsfamilien in der Ortenau über persönliche Schicksale der in Sicherheit angekommenen Flüchtlinge erfahren und örtliche Unterstützungsmöglichkeiten zur Eingliederung ausgelotet.

Nach ihrer Italienreise besuchte die Bundestagsabgeordnete nun auch in Villingen-Schwenningen REFUGIO, die in ganz Südbaden tätige Kontaktstelle für traumarisierte Flüchtlinge, um aus erster Hand über die Situation der von der Hilfsorganisation betreuten traumarisierten Geretteten zu erfahren.

Geschäftsführerin Dr. Astrid Sterzel, Sozialpädagogin Veronika Herz und Traumatherapeutin Susanne Schupp informierten die Abgeordnete, die stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages ist, über ihre Arbeit und die Probleme der traumarisierten Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland. Aber auch von den existentiellen und finanziellen Nöten der Hilfsorganisation, die dringend auf Projekt- und Stiftungsgelder, Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen ist.

Um die traumatischen Erlebnisse von Folter, Vergewaltigung und Vertreibung zu verarbeiten, bedürfe es neben Psychotherapeuten und Sozialpädagogen bei mindestens 80% der betreuten Personen geschulter Dolmetscher, um eine Verständigung überhaupt erst zu ermöglichen. Diesen Dolmetscherpool mit ca. 15 Muttersprachlern der jeweils notwendigen Sprachen hat sich REFUIGO VS in 15 Jahren mühsam aufgebaut. Dass die Gesetzliche Krankenkasse aber für bestimmte Flüchtlingsgruppen weder Traumatherapie- noch Dolmetscherkosten übernehme, bedürfe in Anbetracht der Flüchtlingszunahme einer politischen Regelung. Die Anpassung der seit 2012 gewährten Landesförderung an die aktuellen Flüchtlingszahlen sieht REFUGIO als zwingend notwendig an und erhofft sich hierfür politische Unterstützung. In dem ausführlichen Gedankenaustausch mit dem REFUGIO Team diskutierten die Gesprächsteilnehmer auch Problemfelder wie Duldung und Aufenthaltserlaubnis, Zugang zu Arbeits- und Bildungsmarkt, Abschiebehaft, ungeeignete und abseits gelegene Flüchtlingswohnheime mit ethnischem Konfliktpotential sowie die Fahrtkostenproblematik zu Therapieterminen. „Die täglich in den Nachrichten übermittelten schrecklichen Bilder von getöteten, verletzten und verzweifelten Menschen aus den verschiedenen Kriegsgebieten lassen erahnen, wie wertvoll Ihre Hilfe für Menschen ist, die zwar traumarisiert, aber lebend den Weg zu Ihnen und hier Hilfe gefunden haben“ würdigte Kordula Kovac die Arbeit von REFUGIO.

Zu einem „Tag der offenen Tür“ in Villingen-Schwenningen am 20. 09.2014 lädt das REFUGIO Team ebenso ein wie zu einem Vortrag über die „Folgen der Flüchtlingsbewegungen im Nahen Osten“. Nähere Informationen dazu finden sich auf der homepage www.refugio-vs.de Auch in verschiedenen der 10 Landkreise, aus denen REFUGIO traumarisierte Patienten betreut, werden die Mitarbeiterinnen im kommenden Oktober ihre Aktivitäten intensivieren, um in Anbetracht der steigenden Zahl von Flüchtlingen mit Kontaktpersonen und Behörden Hilfsmassnahmen und Unterstützungsmöglichkeiten zu erörtern.„Wenn unser Bundespräsident offene Türen für Verfolgte fordert, so dürfen auch die Bitten derjenigen nicht unerhört bleiben, die sich um die Schicksale der traumarisierten Flüchtlinge kümmern“ unterstrich Kordula Kovac am Ende den Erfahrungsaustausch und sagte dem REFUGIO Team ihre Unterstützung zu.

 

 

 

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