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Refugio hilft seit 20 Jahren traumatisierten Geflüchteten

Südkurier Villingen-Schwenningen 21. Oktober 2018, 19:25 Uhr von Sabine Naiemi

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Mit 200 Gästen feiert das psychosoziale Zentrum Refugio im Muslenzentrum in Schwenningen sein 20-jähriges Bestehen, links die Gründer und Menschen der ersten Stunde Ernst-Ludwig Iskenius und Monika von Mirbach. | Bild: Naiemi, Sabine

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Im Podium mit Ruth Holtzhauer (von links), Astrid Sterzel, Veronika Herz, Monika von Mirbach, Ernst-Ludwig Iskenius und Manfred Kiewald reflektiert Moderator Klaus Peter Karger (Mitte) die Entwicklung von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. | Bild: Naiemi, Sabine

  • Wünsche für die Zukunft: Landrat Sven Hinterseh würdigte in seinen Grußworten Refugio als humanitären Leuchtturm. Er würde sich wünschen, dass auch andere Institutionen ihren Beitrag leisten würden, insbesondere dass die Krankenkassen die dolmetschergestützte Gesprächstherapie in ihren Leistungskatalog aufnehmen würden. Dem stimmte Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, zu. „Wir sind ein Einwanderungsland geworden“, hob Clever hervor. Das habe sich in den vergangenen 20 Jahren geändert. „Und wir sind ein Land, in dem Menschenrechte gelebt werden.“ Rechte, die auch Flüchtlingen nicht vorenthalten werden dürften. Eines davon sei, dass ein Patient verstehen muss, um was es bei seiner Behandlung geht. Insofern unterstütze er, dass die Kosten für einen Dolmetscher in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden sollten. Zuvor erklärte Ulrich Clever: Wenn man hinhöre, welchen Ruf Villingen-Schwenningen habe, dann sei Refugio eines der Markenzeichen, das die Stadt heraushebe.
  • Finanzierung: 1,7 Millionen Euro an Spenden und Stiftungsgeldern seien in diesen 20 Jahren geflossen, erklärte Refugio-Geschäftsführerin Astrid Sterzel. Trotz Zuschüssen stünde das Zentrum jedes Jahr irgendwann immer wieder an einem Punkt, wo fraglich sei, ob die Finanzierung der Arbeit und das Gehalt der hauptamtlich angestellten Mitarbeiter im nächsten Jahr sichergestellt seien. Diese Unsicherheit stelle eine große Belastung für die betroffenen Mitarbeiter dar. Einer der Gründe dafür sei, dass oft zwischen Bewilligung und Auszahlung von Zuschüssen ein Jahr Zeit vergehe. Ohne großzügige Spender oder von Unterstützern zinslos gewährter Darlehen würde das Zentrum in solchen Fällen nicht überleben. Einige der Leistungen wie die psychosoziale Arbeit und die Kosten eines Dolmetschers, werden eben gar nicht erst bezahlt.

Nichtsdestotrotz wurde, wie es sich für einen runden Geburtstag gehört, schön gefeiert – mit 200 Gästen, einem abwechslungsreichen Programm, drei Podiumsdiskussionen und abends viel Musik und Tanz.

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Die tamilische Tanzgruppe führt zur Feier einen traditionellen Tanz auf. | Bild: Naiemi, Sabine

 

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Psychosoziales Zentrum für traumatisierte
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