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Nur durch Unfälle sterben sie öfter

Quelle: Schwarzwälder Bote, 15.10.2016 von Birgit Heinig

VS-Villingen. »Refugio«, das Psychosoziale Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge, widmete schon zum dritten Mal den seelisch verletzten Kindern und Jugend-lichen – und ausdrücklich nicht nur denen mit Fluchterfahrungen – ein Symposium. Refugio therapiert von den 200 Flüchtlingen pro Jahr rund 50 im Kinder- und Jugendalter, die selbst psychisch krank sind oder unter einer seelischen Erkrankung der Eltern leiden. Aufgrund seiner Erfahrungen werde Refugio immer häufiger von Schulen, Kindergärten und Ausbildern für Schulungen nachgefragt, sagte Astrid Sterzel. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts wurden 2018 an Schulen in Deutschland 1,8 Millionen Schüler psychisch auffällig, 1,2 Millionen hatten depressive Anzeichen. Die Refugio-Geschäftsführerin stellte zu Beginn der Vorträge und Diskussionen die Ergebnisse der ersten beiden Foren vor. Danach brauche es noch mehr Vernetzung der Helfer und Hilfeeinrichtungen und es gelte für die Betroffenen, Systembrüche zu vermeiden. Laut wurde die Forderung nach Prävention in Form von ausreichen-der Schulsozialarbeit. Inzwischen, so Astrid Sterzel, funktioniere die Vernetzung sehr gut, kann sich aber noch verbessern und fortgeschritten sei auch die Sensibi-lisierung aller Erwachsener im Umfeld eines Heranwachsenden.

Diskussuion

Der Psychologe Manfred Kiewald (links) spricht beim 6. Refugio VS-Forum. In der ersten Reihe sitzen (von links) Pia Wenzler (Fachstelle Sucht), Astrid Sterzel, Harald Bailer und Jhana van Stipelen. Bild: SchwaBo

Diesmal bearbeiteten die rund 50 Anwesenden, zumeist professionelle Kräfte aus der Schulsozialarbeit, der Fachstelle Sucht und den Kommunen und Landratsämtern in VS, Rottweil und Tuttlingen, das Feld der Krankheitsbilder und dem eigenen Umgang der betroffenen Kindern und Jugendlichen damit. Dabei wurden neue Fragen aufgeworfen. Es gelte, die Selbstmedikation von psychisch kranken Jugendlichen zu erkennen und die Suchtproblematik zu thematisieren, ohne daraus ein Stigma entstehen zu lassen. Deutlich wurde auch, dass eine Therapie kein »Kuschelkurs« sein könne. Astrid Sterzel zieht ein Fazit und fasst die Wün-sche der Teilnehmer zusammen: »Es sind noch viele Fragen offen. Unsere Refugio-Reihe muss dringend fortgeführt werden.

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